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Erste Hilfe:
Was tun, wenn ich angegriffen wurde?
Was kann ich tun, wenn ich angegriffen werde?
Was kann ich tun, wenn ich Zeug_in eines rechten Angriffs werde?

Was tun, wenn ich angegriffen wurde?

Je nach Schwere des Vorfalls stehen Ihnen verschiedene Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Rufen Sie die Polizei und/oder einen Krankenwagen (kostenlose Notfallnummer 110).
  • Falls es Zeug_innen gibt, notieren Sie deren Kontaktdaten.
  • Fertigen Sie möglichst zeitnah ein Gedächtnisprotokoll an. Ein Gedächtnisprotokoll ist Ihre Zusammenfassung der Ereignisse und dient Ihnen auch noch Jahre nach einem Vorfall als Gedächtnisstütze. Dies kann zum Beispiel bei Gerichtsverhandlungen sehr hilfreich sein.
  • Auch wenn Sie nur leicht verletzt sind, gehen Sie dennoch so schnell wie möglich zu einer Ärzt_in. Das ist wichtig, falls Sie den Fall (später) anzeigen möchten. Lassen Sie sich zur Dokumentation Ihrer Verletzungen ein Gutachten oder ein Attest ausstellen.
  • Kontaktieren Sie soliport oder einer anderen Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt. Die Beratungsstelle informiert Sie über Ihre Möglichkeiten und bespricht mit Ihnen alle weiteren Schritte. Sie bietet Ihnen auch konkrete Unterstützung an, zum Beispiel bei der Erstattung einer Anzeige, bei Behördengängen und anderen Dingen, die jetzt für Sie relevant sind.
  • Anzeige bei der Polizei: Falls die Polizei nicht schon zum Tatort gerufen wurde, können Sie auch später Anzeige erstatten. Je nach Straftatbestand ist das drei Monate nach der Tat oder sogar später noch möglich. Weisen Sie gegebenenfalls darauf hin, dass die Tat einen rechtsmotivierten Hintergrund hat. Lassen Sie sich die Tagebuchnummer der Anzeige geben. Mit dieser Nummer können Sie den Stand der Ermittlungen bei der Polizei abfragen. Lassen Sie sich außerdem eine Kopie der Anzeige geben.

Was kann ich tun, wenn ich angegriffen werde?

Rechte Übergriffe können überall und jederzeit stattfinden. Wenn Sie bedroht werden, befinden Sie sich in einer emotionalen Ausnahmesituation. Versuchen Sie dennoch ruhig zu bleiben. Im Folgenden finden Sie einige Handlungsmöglichkeiten, die Ihnen Orientierung bieten können:

  • Begegnen Sie Ihrem aggressiven Gegenüber möglichst selbstsicher und unaufgeregt. Versuchen Sie, aktiv und handlungsfähig zu bleiben.
  • Bleiben Sie sachlich und lassen Sie sich nicht in Diskussionen verwickeln. Bleiben Sie auf Distanz – sowohl mit Ihren Worten als auch räumlich.
  • Formulieren Sie kurze und eindeutige Aussagen, zum Beispiel „Lassen Sie mich in Ruhe!“ oder „Bitte belästigen Sie mich nicht weiter!“.
  • Wenn Sie Hilfe benötigen, sprechen Sie nach Möglichkeit umstehende Menschen direkt an und machen klar, dass Sie Unterstützung brauchen.
  • Wenn Sie die Situation als sehr bedrohlich empfinden, begeben Sie sich in die Nähe anderer Menschen oder steuern Sie das nächste öffentliche Gebäude an.
  • Wenn Ihre Wohnung oder eine andere Räumlichkeit, in der Sie sich gerade befinden, angegriffen wird, dann prüfen Sie, ob Sie die Gefahrenzone besser verlassen sollten. Verständigen Sie alle Personen, die ebenfalls in Gefahr sind (zum Beispiel Nachbar_innen).
  • Rufen Sie die Polizei (kostenlose Notfallnummer 110).

Generell gilt: Sie dürfen sich in Notwehr gegen Angriffe verteidigen oder die Täter_innen festhalten, bis die Polizei eintrifft. Bei aller Aufregung sollten Sie Ihr Verhalten gut abwägen.

Was kann ich tun, wenn ich Zeug_in eines rechten Angriffs werde?

Sie werden gebraucht! Schauen Sie nicht weg, unterstützen Sie die betroffene Person und organisieren Sie Hilfe. Fehlende Solidarität durch Anwesende signalisiert Zustimmung für die Gewalttat. Eine unterlassene Hilfeleistung hat negative Folgen für die Betroffenen. Und jedes Wegsehen trägt auch zur gesellschaftlichen Akzeptanz rechtsmotivierter Übergriffe bei.

Je nach Schwere des Vorfalls stehen Ihnen verschiedene Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Verlassen Sie sich bei der Auswahl auf Ihr Gefühl und bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr:

  • Holen Sie Unterstützung. Sprechen Sie umstehende Menschen direkt an und fordern Sie diese zur aktiven Mithilfe auf.
  • Rufen Sie die Polizei (kostenlose Notfallnummer 110).
  • Verdeutlichen Sie den Täter_innen in einem ruhigen, aber bestimmten Tonfall, dass ihr Verhalten nicht erwünscht ist. Sprechen Sie die angegriffene Person an und signalisieren Sie Ihre Hilfe.
  • Beobachten Sie genau und stellen Sie sich als Zeug_in zur Verfügung.
  • Lassen Sie die Betroffenen nicht allein, bieten Sie Ihre Begleitung weg vom Tatort an.
  • Hören Sie den Betroffenen aufmerksam zu und zeigen Sie Mitgefühl, ohne sich aufzudrängen.

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